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Wirtschaftsinformatik ArtikelDie Wirtschaftsinformatik ist eine "Schnittstellen-Disziplin" zwischen der Informatik und den Wirtschaftswissenschaften, besonders der Betriebswirtschaftslehre. Sie wird häufig als Teilgebiet der angewandten Informatik gesehen. Ferner besteht auch ein enger Bezug zu dem Wirtschaftsingenieurwesen, v.a. in dem Bereich der Materialwirtschaft, der Produktionsplanung und -steuerung und der Logistik.
Die Wirtschaftsinformatik beschäftigt sich mit Planung, Entwicklung, Implementierung, dem Betrieb und der Weiterentwicklung von IV-Systemen, die zur formalisierten Unterstützung der ablaufenden Geschäftsprozesse und zur strukturierten strategischen Entscheidungsfindung in Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden. Anwendungen, die insbesondere entweder wegen ihrer Spezialisierung (z.B. finite-Element-Systeme zur Berechnung von auftretenden Spannungen in dem KFZ-Bereich) oder aufgrund ihrer Generalisierung (z.B. Textverarbeitungssoftware) nicht in einem gleichbleibenden formalen Rahmen eingesetzt werden können, zählen nicht zu dem klassischen Arbeitsgebiet der Wirtschaftsinformatik.
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Betriebswirtschaftlich lässt sich die Wirtschaftsinformatik zunächst in die großen Teilbereiche der operativen Funktionsunterstützung und der strategischen Entscheidungsunterstützung aufteilen. Aufgabe der Wirtschaftsinformatik ist es, beide Bereiche so abzudecken, dass die operativen Prozesse bestmöglich unterstützt werden, dabei aber gleichzeitig möglichst viele Daten als Ausgangsbasis für strategische Entscheidungen abfallen. Von der Anwendungsseite deckt die Wirtschaftsinformatik daher konkret folgende Funktionen ab:
- operativ
- Materialwirtschaft, Produktion, Logistik, Service- und Aftersales
- Kassensysteme
- Kundenkontakt-Management (Customer Relationship Management)
- Vertragsmanagement und Abrechnungssysteme
- Bauwesen
- Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung
- Projektmanagement
- Fuhrparkmanagement, Routenplanung, Frachtmanagement
- zunehmend den Datenaustausch zwischen Unternehmen
- beliebige sonstige zu dem Kernbereich des jeweiligen Unternehmens gehörenden Geschäftsfunktionen (Sitzplatzvergabe an Kinokassen, Tiefkühlgutverwaltung in dem Catering, Fahrplaneinhaltungssysteme bei der Bahn etc.)
- strategisch
Im Verlauf der Entwicklung der Informatik in dem Allgemeinen und der Wirtschaftsinformatik in dem Besonderen haben sich eine ganze Reihe an technologischen Bausteinen herausgebildet, die in dem Rahmen der Wirtschaftsinformatik eingesetzt werden. Vorwiegend handelt es sich dabei um Software-Komponenten; die Hardware wird in dem Rahmen der Wirtschaftsinformatik eher am Rande betrachtet, spielt jedoch natürlich bei Verfügbarkeits- und Kapazitätsüberlegungen eine gewichtige Rolle.
Bezüglich der Betrachtung benutzter Softwarekomponenten unterscheidet die Wirtschaftsinformatik zunächst zwischen Standardsoftware und Individualsoftware. In der Regel wird die IV-Unterstützung einer Organisation durch eine Kombination von Softwarekomponenten aus beiden Bereichen abgebildet, wobei der Hang zur Individualsoftware umso größer ist, je spezieller die abzubildende Funktion ist.
An Grundkomponenten für die Realisierung der Anforderungen stehen in dem Rahmen der Wirtschaftsinformatik eine Reihe von Softwarekomponenten zur Verfügung, die relativ standardisiert bestimmte Teilfunktionen des zu erstellenden Softwaresystems übernehmen. In dem wesentlichen ist dies die Datenbanktechnik, die sich mit der dauerhaften und sicheren Speicherung organisierter Daten beschäftigt, die betrieblichen Transaktionssysteme , die auch bei einer großen Anzahl gleichzeitiger Benutzer das Arbeiten auf gemeinsamen Datenbeständen ermöglichen, die so genannte Enterprise Application Integration (EAI), unter die all jene Komponenten fallen, die die Zusammenarbeit verschiedener eigenständiger Teilsysteme sicherstellen, sowie Reporting-Systeme in dem weitesten Sinne, die Abfragen auf den Datenbeständen erlauben (Reporting-Software in dem engeren Sinne, Data Warehouses und OLAP-Werkzeuge).
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Historisch geht die Wirtschaftsinformatik auf die Begriffe "Betriebliche Datenverarbeitung", "Betriebsinformatik" ("Betriebliche Informatik") und "Informationswirtschaft" zurück. Entwickelt wurde der Begriff der Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Furtwangen, die 1971 als erste Hochschule diesen Studiengang einrichtete.
Im Englischen wird 'Wirtschaftsinformatik' meist enger gefasst als Information Systems (IS), auch Management Information Systems (MIS), Business Information Systems (BIS) oder Information Systems (&) Management (ISM), genannt.
Wenig oder nicht etablierte Übersetzungen sind Business Informatics (ein Versuch die in dem deutschsprachigen Raum inhaltlich weiter gefasste Disziplin international bekannt zu machen), sowie Computer Science for Business Applications, Business Information Technology, Business Data Processing & Management, Information Management und Business Computing.
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In Deutschland kann man Wirtschaftsinformatik als eigenen Studiengang an zahlreichen Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien oder Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien studieren. An der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg gibt es die erste Fakultät für Wirtschaftsinformatik (Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik). In Österreich wird das Studium an der Universität Linz, der Technischen Universität Wien und der Universität Wien (als interuniversitäres Programm), und seit 2002 auch an der Wirtschaftsuniversität Wien angeboten. Ein umfassender Überblick über das Studienangebot in dem deutschsprachigen Raum findet sich in Mertens, P. et al. (Hrsg.): Studienführer Wirtschaftsinformatik. 3. Auflage, Vieweg, Wiesbaden 2002. ISBN 3-528-25539-0
Desweiteren gibt es die Möglichkeit, Wirtschaftsinformatik als Fachrichtung oder Schwerpunktfach innerhalb eines Studiums der Informatik, der Informationswissenschaft(en), der Betriebswirtschaftlehre oder des Wirtschaftsingenieurwesens zu studieren.
Die Wirtschaftsinformatik als Fachrichtung der BWL kann in folgende Teilbereiche zerlegt werden
Im Rahmen der betrieblichen Lehrberufe gibt es die Ausbildung zu dem Fachinformatiker (IHK) und an Fachschulen den staatlich geprüfter Wirtschaftsinformatiker. Berufsfachschulen/Berufskollege bieten die (meist 2-jährige) schulische Ausbildung zu dem staatlich geprüfter Informatiker Fachrichtung Wirtschaft an.
International, insbesondere in den Vereinigte Staaten Amerika erkundigt man sich am besten am "Department of Information Systems" einer Universität nach den angebotenen Studiengängen. Mehr hierzu unter Studieren in dem Ausland .
Die Berufstätigkeit als Wirtschaftsinformatiker ist auch ohne ein speziell hierauf bezogenes Studium erreichbar, in der Tat begann ein nicht kleiner Teil der heutigen Wirtschaftsinformatiker in dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Dies ist insbesondere auf den starken Einfluss zurückzuführen, den vorhandene praktische Erfahrungen als Einstellungskriterium spielen. Zusätzlich ist in Deutschland auch die universitäre Ausbildung in der Regel so flexibel, dass man beispielsweise auch an einer Maschinenbau-Fakultät problemlos seinen Schwerpunkt auf die Wirtschaftsinformatik ausrichten kann.
Siehe auch: Library:WikiProjekt Wirtschaftsinformatik
Buch-Tipp: Einführung in die Wirtschaftsinformatik. (Springer Lehrbuch) Eine gute Einführung Ich habe dieses Buch gekauft, damit ich vor meinem geplanten Studium einen Einblick erhalte, um was es sich bei der Wirtschaftsinformatik denn wirklich handelt. Stahlknecht und Hasenkamp vermitteln teils äußerst präzise, teils ausreichend erläutert einen sehr guten Eindruck, dass Wirtschaftsinformatiker sich mit wesentlich... |
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